LTE Sendemasten- Telekom und Vodafone geben Gas
Es ist kein Zufall, dass der erste LTE-Sendemast der Deutschen Telekom nicht in einer Metropole wie Berlin, Hamburg oder München in Betrieb genommen wurde, sondern in der brandenburgischen Stadt Kyritz. Die Bedingungen der unlängst zu Ende gegangenen Versteigerung der Funkfrequenzen für das 4G Mobilfunknetz sehen vor, dass diese Technik in Großstädten erst genutzt werden darf, wenn zuvor Abdeckungslücken in der Breitband-Versorgung in ländlichen Regionen geschlossen wurden. Dazu muss allerdings nicht zwingend LTE genutzt werden. Telekom-Sprecher Georg von Wagner sagte Golem.de, dass in Kyritz eine Datenübertragungsrate von 10 MBit/s erreicht wurde. Bei der Inbetriebnahme des Sendemastes in Kyritz kündigte Telekom-Chef Obermann an, neben dem LTE-Ausbau noch in diesem Jahr 500 weitere Gemeinden mittels konventioneller Techniken mit Breitband-Anschlüssen zu versorgen, berichtet netzwelt.de. Neben der Telekom werden mit Vodafone und O2 zwei weitere Netzbetreiber noch in diesem Jahr mit der Umrüstung ihrer Netze auf LTE beginnen. Einzig E-Plus verfolgt keine derartigen Pläne und bleibt damit seiner Strategie treu, nicht mit besonders hochwertigen Angeboten sondern mit niedrigen Preisen zu punkten.
Engpass bei den Endgeräten
erforderlichen Endgeräte nicht zur Verfügung. LTE ermöglicht bereits in der ersten Generation theoretisch Geschwindigkeiten von bis zu 170 MBit pro Sekunde, was die Hersteller von Handys und WLAN-Routern vor erhebliche Herausforderungen stellt. Daher werden Interessenten sich vermutlich bis Februar 2011 gedulden müssen, ehe sie LTE tatsächlich nutzen können. Dabei wird zunächst die Nutzung als Festnetzersatz im Vordergrund stehen. Bei den jetzt in Kyritz in Betrieb genommenen Antennen ist nur eine solche Nutzung möglich, da keine Übergabe zwischen den einzelnen Sendemasten erfolgt und daher kein Wechsel von einer Mobilfunkzelle in die nächste möglich ist, ohne dabei die Verbindung zu verlieren. Es wird allerdings noch einige Zeit dauern, bis die Kunden die neuen Sendemasten nutzen können. Noch stehen die
Vodafone konkretisiert seine Pläne
Vodafone hat angekündigt, bis 2011 mindestens 1500 seiner insgesamt ca. 20.000 Sendemasten auf LTE umzurüsten. Auch hier liegt der Fokus zunächst auf den ländlichen Regionen, in denen eine flächendeckende Versorgung mit einer Bandbreite von drei Mbit pro Sekunde angestrebt wird. In den Städten sollen erheblich höhere Geschwindigkeiten realisiert werden. So sind nach Angaben des dortigen Netzbetreibers TeliaSonera in Oslo und Stockholm Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit pro Sekunde erreichbar. Bei Vodafone sollen Kunden sogar über die Prioritäten beim Netzausbau mitbestimmen dürfen. Bevorzugt behandelt werden sollen möglichst Regionen, in denen sich besonders viele Interessenten unter www.vodafone.de/turbo-internet registrieren. Ein ähnliches Versprechen gibt die Telekom zwar nicht ab, aber auch dort können sich Kunden unter www.telekom.de/4g über den Netzausbau in ihrer Region informieren.
Köln, 2010-09-02
