Flächendeckender LTE-Ausbau bis 2013

Vodafone hat angekündigt, sein Mobilfunknetz bis 2013 flächendeckend auf LTE (Long Term Evolution) aufzurüsten. Der Fokus soll zunächst auf bislang nicht mit schnellen Mobilfunkverbindungen versorgten ländlichen Regionen liegen. Das entspricht den Bedingungen der kürzlich zu Ende gegangenen Versteigerung der Funkfrequenzen aus der digitalen Dividende. Diese sehen vor, dass eine Nutzung in Ballungsräumen erst erfolgen darf, wenn der Ausbau in bislang nicht oder unzureichend versorgten Regionen erfolgt ist. Diese Regelung soll eine flächendeckende LTE Verfügbarkeit von schnellen Internetzugängen garantieren. Dennoch werden die Unterschiede zu den Ballungsräumen bestehen bleiben: In ländlichen Regionen soll eine Bandbreite von 5 Mbit pro Sekunde zur Verfügung stehen, in Ballungsräumen bis zu 70 Mbit pro Sekunde.

Das Vermarktungskonzept

Bei der Vermarktung der schnellen Zugänge wollen sowohl Vodafone als auch die Telekom neue Wege gehen. Kunden sollen demzufolge nicht mehr automatisch von den höheren Geschwindigkeiten profitieren, wie dies bislang der Fall war. Stattdessen sollen die schnellen Internetzugänge gegen Aufpreis angeboten werden. Dazu wird es auch erforderlich sein, neue Anwendungen zur Verfügung zu stellen, die Bandbreiten von bis zu 70 Mbit pro Sekunde sinnvoll nutzen können. Einen konkreten Zeitplan für die Einführung dieser schnellen Internetverbindung können derzeit beide Anbieter nicht angeben. Grund dafür ist die Unsicherheit, wann die erforderlichen Endgeräte zur Verfügung stehen werden. LTE nutzt die bislang nicht für den Mobilfunk genutzten Frequenzbereiche oberhalb von 800 MHz und 1,8 GHz, für die zunächst serienreife Chipsätze entwickelt werden müssen. Dabei soll die Abwärtskompatibilität zu bestehenden Standards gewährleistet werden. Da der Ausbau des LTE Netzes schrittweise erfolgen soll, ist dies während der Umstellungsphase zwingend erforderlich.

Das Problem der Netzauslastung

Dieses Vermarktungskonzept stößt allerdings auf das Problem, dass die tatsächlich zur Verfügung stehende Bandbreite von der aktuellen Netzauslastung abhängt. Die höheren Geschwindigkeiten, für die der Aufpreis erhoben werden soll, können also von den Anbietern nicht garantiert werden. Die Telekom weist zudem darauf hin, dass auch keine Untergrenze für die verfügbare Geschwindigkeit angegeben werden kann.
Vodafone hat entsprechende Erfahrungen bereits mit seinem HSPA+ Tarif "Mobile Connect 14,4" gemacht. Auch hier wird weder die maximale Bandbreite noch eine Untergrenze garantiert.

Köln, 2010-07-14

Quelle: Golem.de